Die Pankower BVV lehnt den Autobahnanschluß Karow ab

Bericht von der

Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow

vom 11.12.2013

An diesem Tage stand die Abstimmung des Antrages der SPD und des Bündnis 90/die Grünen mit den Punkten:

 

          keine Autobahnanschlussstelle an der Karower/Bucher Chaussee

          Realisierung Verbindungsstraße B2

          Vollausbau der Anschlussstelle Bucher Straße

          Neubau Verbindungsstraße als Verlängerung der Max-Burghardt-Straße

 

auf der Tagesordnung.

Den ersten Erfolg dazu hatten wir ja im Vorfeld dieser Sitzung und zwar in der Versammlung des Verkehrsausschusses am 05.11.2013 gehabt. Als die Mitglieder nach heftiger Diskussion diesem Antrag mit 11 zu 3 Stimmen zustimmten. Schon damals saßen Vertreter unserer BI in der Sitzung und hofften so sehr, dass genau dieses Ergebnis erzielt werden würde.

 Am 11.12.2013 sollte nun unser großer Tag werden, hoffentlich.

Wir wussten, dass das Bündnis Buch diesen Termin nochmals wahrnehmen wollte, um alles zu versuchen, damit dieser Antrag nicht angenommen wird. So wurden Informationszeichnungen des jetzigen und nach Realisierung des STEP vorhandenen Straßen- und Autobahnnetzes ausgelegt. Diese waren leider nicht vollständig, sondern Straßen wurden einfach vergessen, vielleicht gewollt!?

Bevor über unseren Antrag endlich abgestimmt werden sollte, hatten beide Seiten, also das Bündnis Buch und wir, je zweimal Rederecht.

Als erstes sprach Herr Dr. Eckert von der Eckert & Ziegler AG. Man hatte eigentlich bei jedem Satz, den er von sich gab, das Gefühl, diese Rede läuft zu unseren Gunsten. Abgesehen davon, dass er den dort Anwesenden weis machen wollte, dass die Autobahnanschlussstelle nur durch ein Industriegebiet führen würde und es auch nicht vonnöten wäre, auch nur einen Baum für die dann auszubauende Karower/Bucher Chaussee zu fällen, bat er in seinem Schlusssatz doch noch darum, dass die anwesenden Bezirksverordnenten doch diesen „unsinnigen Beschluss“ des Verkehrsausschusses nicht bestätigen möchten. Anscheinend hatte er nicht bedacht, dass genau die dort Anwesenden auch die Verordneten waren, welche den Beschluss gefasst haben.

 Die Karower/Bucher Chaussee soll durch ein Industriegebiet führen? Haben wir nicht rechts und links der Chaussee eine Wohnbebauung? Aber vielleicht war Herr Eckert ja auch noch nie wirklich vor Ort, oder er hat sich mit der Umgebung Karow/Buch nie so richtig befasst; so könnte man diese Äußerung eventuell interpretieren. Aber egal, für uns war diese Rede Gold wert.

Herr Wender vom Bündnis Buch wiederholte im Grunde nur die Argumente, die das Bündnis immer bringt. So u. a. sollte keine Autobahnanschlussstelle kommen, würde das den Stillstand der Wirtschaft bedeuten usw.  Es wurden auch hier wieder nur die Interessen der Wirtschaft in den Vordergrund gestellt.

Danach sprachen Frau Dr. Gaby Patz, als Mitglied des Vorstandes unserer Siedlung am Kappgraben und Carsten Reichert, als Mitglied der Bürgerinitiative. Beide machten u. a. nochmals deutlich, dass, sollte eine Autobahnanschlussstelle kommen, man auf der Karower und Bucher Chaussee mit einer Mehrbelastung von 18.000 Autos (mit B2-Anbindung) bzw. 24.000 Autos (ohne B2-Anbindung) am Tag rechnen müsste. Dieses wäre eine enorme Belastung für die Anwohner. Auch müsste ein 4spuriger Ausbau dieser Chaussee erfolgen, d. h. bis zur Wiltbergstraße und in die andere Richtung bis zur Kreuzung Achillesstraße. Ab da geht es dann zweispurig weiter, Alt-Karow steht ja unter Denkmalschutz.

Danach kamen die Bezirksverordneten der Parteien zu Wort. Die Linken, die Grünen, die SPDler alle sprachen sich für diesen Antrag aus und untermauerten ihre Standpunkte mit Argumenten, die mit Sach- und Ortskenntnis überzeugten.

Mit Spannung warteten wir auf das Abstimmungsergebnis. Und als wir dann die vielen roten Abstimmungskarten sahen, fiel uns wohl allen ein Stein vom Herzen.

Wir haben wirklich die Mehrheit der Abgeordneten im Laufe der Zeit mit unseren Argumenten überzeugen können.

Nach all den Jahren, in denen wir mit Zeit und Energie unser Ziel, keine Autobahnanschlussstelle in Karow/Buch, verfolgt haben, können wir nun sagen

WIR HABEN ES GESCHAFFT!

Danke an alle, die sich eingebracht haben, die uns unterstützt und mit ihrem Know-how dazu beigetragen haben, dass wir am Ende dieses Ergebnis vorweisen können.

Ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Jacqueline Berg

 

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