Gutachten kommen erst Ende 2012

Die ursprünglich für Juni 2012 angekündigte Machbarkeitsstudie und das Verkehrsgutachten zum Stadtraum Nord-Ost werden nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt überraschenderweise doch erst Ende des Jahres vorliegen. Ein bereits anberaumter Termin der entsprechenden Arbeitsgruppe zwischen dem Bezirk Pankow und der Senatsverwaltung wurde ohne Nennung von Gründen kurzfristig abgesagt. Unsere schriftlich eingereichte Bitte an die Senatsverwaltung um Beteiligung an dieser Arbeitsgruppe blieben bisher leider unbeantwortet.

Es handelt sich bei den beiden Gutachten um die „Verkehrliche Untersuchung Stadtraum Nord-Ost (Karow-Buch)“ und eine Studie „Auswirkungen einer möglichen Anschlussstelle an die A 10 im Nordostraum von Berlin„.

Da weitgehende Einigkeit darüber besteht, keine politischen Entscheidungen zum Autobahnanschluss zu treffen, bevor nicht das Ergebnis der Untersuchungen vorliegt, wird in den nächsten Monaten beim Autobahnanschluss Karow-Buch nichts anbrennen. Das neue Planfeststellungsverfahren für die B2-Anbindung nach Karow soll ebenfalls erst nach Vorliegen der Ergebnisse begonnen werden.

Durch die Aktivitäten unserer Bürgerinitiative scheint sich die Stimmung in der Bevölkerung inzwischen gedreht zu haben. Nach der anfänglichen Begeisterung über einen neuen Autobahnanschluss steht inzwischen eine deutliche Mehrheit der Bewohner im Norden Pankow dieses Vorhaben realistischer und lehnt es nach Abwägung aller Vor- und Nachteile ganz klar ab. Auch die bisherigen Protagonisten sind inzwischen nachdenklicher geworden und haben für den Fall eines für sie negativen Untersuchungsergebnisses bereits angekündigt, ihre Forderung nach einem Autobahnanschluss fallen zu lassen. Insofern ist die unerwartete Verzögerung um ein weiteres halbes Jahr zwar ärgerlich, sorgt aber für eine weitere Beruhigung der Gemüter und vielleicht auch dafür, dass sich letztendlich doch die Vernunft durchsetzt. 🙂

Martin Kasztantowicz

3 Gedanken zu „Gutachten kommen erst Ende 2012

  1. Lieber Herr Kasztantowicz, wir Protagonisten sind nicht nachdenklicher geworden! Ganz im Gegenteil gehen wir mit Überezugung davon aus, dass die hier im Nordosten vergleichsmäßig schlechten Rahmenbedingung nicht nur für Ansiedlungsvorhaben durch den Autobahnanschluss beseitigt werden. Die Entscheidung über den Autobahnanschluss hat überragende Bedeutung. Deshalb muß auch darüber nachgedacht werden, was passiert, wenn die Entscheidung fällt, dass alles beim Alten bleibt. Davon geht die Welt nicht unter, aber man muß bereit sein in Kauf zu nehmen, dass Ausblick, Perspektive, Zuversicht, Entwicklung, Hoffnung, Chancen, Veränderung wo anders stattfindet, wo die Bedingungen stimmen. VG SL

  2. Liebe Frau Langmacker,
    das erinnert mich an die Drohung der deutschen Industrie, das Land zu verlassen, wenn die Lohnnebenkosten nicht gesenkt werden. Viele von denen, die diese Drohung wahr gemacht haben, sind inzwischen ernüchtert nach Deutschland zurückgekehrt. Ich finde, es gibt wichtigere Erfolgsfaktoren und Standortvorteile als noch einen zusätzlichen Autobahnanschluss, der den Anwohnern zusätzlichen Lärm, Stau und Gestank bringt, und den sich Berlin gar nicht leisten kann, weil das Geld dringender für Anderes benötigt wird. Aber lassen Sie uns einfach mal die Gutachten abwarten.

  3. Liebe Frau Langmacker,
    Wie kommen sie überhaupt darauf zu behaupten, die Karower wollen eine Auffahrt?
    Welche Karower denn? Die, die an der Autobahn wohnen und sowieso mit der Lärmbelästigung zu kämpfen haben.
    Oder die Karower, die ihren Kindern eine sichere Zukunft aufbauen wollen?
    Oder die Karower, die hier schon 50 Jahre und länger leben?
    Helios und MDC ist nicht Karow!!!
    Was glauben Sie denn, warum so viele Familien mit Kindern in Karow ein Grundstück erworben und ein Haus gebaut haben? Damit unsere Kinder an überfüllten Straßen warten müssen um sie zu überqueren und Eltern täglich Angst haben müssen, dass ihr Kind von einem Schwerlasttransporter erfasst wird? Sicherlich nicht!!! Vielmehr weil Karow bereits eine gute Anbindung hat und man dennoch sein Kind gut behütet und sicher weiß.
    Wir wollen der Stadtrand von Berlin bleiben und nicht das Zentrum des Universums werden.
    U.Wockenfuß

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